
Liebe Reisefreunde!
Es ist mal wieder Zeit euch mit einem weiteren Bericht über unsere Reise zu belästigen. Wir haben endlich mal wieder Internet! Traumhaft! In den letzten Tagen haben wir uns hauptsächlich in National Parks herumgetrieben und da gibt’s einfach kein Internet. Eine Frechheit ist das ;-)!
Lake Pleasant
Zunächst sind wir von der Garden Route Game Lodge Richtung Knysna gefahren. Wir hatten da einen schönen Campingplatz rausgesucht, der quasi genau zwischen einem Fluß und dem Meer liegt. Das klang super und wir sind einfach mal los. Nach den zwei Tagen in der Lodge haben wir uns auch wieder richtig auf unseren Tommy gefreut.
Als wir dann ankamen war der Platz nur irgendwie vollkommen leer. Wir dachten, ob das vielleicht daran lag, daß es Wochenende ist? Niemand an der Pforte, kaum ein Camper, nix! Auch die Toilettenhäuser waren komplett verschlossen. Sehr seltsam. Da wir nicht gewillt waren im Camper zu duschen und auch das Chemieklo unbenutzt lassen wollen, sind wir wieder zurück in eine kleines Restaurant, was wir kurz vor dem Campingplatz gesehen hatten, um zu überlegen was wir jetzt tun. Es war schließlich Samstagnachmittag und wir wollten endlich irgendwo ankommen.
Der freundliche Betreiber des Restaurants sagte dann, daß der Campingplatz derzeit kein Wasser habe und deshalb geschlossen sei. Scheiße! Als ich ihn dann fragte wo wir jetzt hin könnten, gab er uns einen super Tip: Nur 7km weiter war ein kleiner See mit einem sehr schönen Campingplatz (Lake Pleasant). Hier hat man quasi in einem grünen Meer gewohnt. Es gab Waschmaschine, ein kleines Restaurant und einen wirklich tollen Zugang zum See. Astrein!
Auch die Kneipe auf dem Campingplatz war wirklich sehenswert. Das Teil hieß Garden Bistro und hatte damit so gar nichts zu tun. Netto betrachtet war das ein Hard-Rock-Schuppen. Jedes Gericht auf der Karte, die auch aussah wie ein Plattencover von irgendeiner Gothic Metal Band, hatte Namen von bekannten Rocksongs wie z.B. „Breaking the law“ von Judas Priest oder „Is there anybody out there“ von Pink Floyd. Wir waren da dann auch mal Mittagessen und da war dann wohl auch gerade die offizielle Sitzung des Vereins der langhaarigen Südafrikaner. Hard Rock im Paradies kann man dazu nur sagen. Echt lustig.
Am Lake Pleasant waren wir dann auch drei Tage und haben kleinere Ausflüge gemacht; sind nach Buffalo Bay und Knysna gefahren, wo wir wirklich zufällig Linn’s kleinen Freund Paul mit Eltern wiedergetroffen haben. Sehr lustig. Die beiden waren sofort wieder „on“. Wir sind dann gemeinsam durch Knysna geschlendert und haben mitsammen einen schönen Nachmittag verbracht.
Karoo National Park
Ursprünglich wollten wir ja weiter die Küste entlang, aber da die Wettervorhersage für diesen Bereich derart besch… war, haben wir kurzfristig umdisponiert und sind ins Land rein, Richtung Wüste. Auch hier war alleine wieder die Fahrt ein Erlebnis. Es ging erst nach Oudtshoorn, was bekannt ist für die vielen Straußenfarmen. Es ging über saftig grüne Hügel, an tiefen Schluchten vorbei. Irre. Nach Oudtshoorn wurde es dann urplötzlich deutlich trockener und die Natur karger, bis wir wieder in eine Schlucht mit einem tollen Fluß einfuhren und beinahe Affen überfahren hätten, die es für eine gute Idee hielten auf der Straße ein Picknick zu machen. Echt cool.

Eeeeeeeeeendlos…
Danach folgten dann über 100km gerade Straße und Halbwüste. Die Tristesse wurde dann nur gelegentlich durch die entgegenkommenden wirklich sehr, sehr großen LKW unterbrochen. Hier ist man jedesmal froh, wenn man noch alle Spiegel dran hat und am Leben ist, wenn der Brummer auf der schmalem Straße, mit auch meist ordentlich Seitenwind, vorbei ist (Ich muß dann immer an das Lied „Der Himmel soll warten“ von Sido denken).
So war dann auch der Nationalpark sehr karg, steinig und weit. Der Campingplatz war super schön und wir hatten sogar einen Grasplatz erwischt auf dem gemütlich die Schildkröten fraßen.
Leider sieht man auf Grund der Größe des Parks nur schwer Tiere. Wir sind dann mal auf eigene Faust los, aber außer die üblichen Strauße und Springböcke haben wir nicht viel entdeckt.
Allerdings gab es hier als kleines Highlight mitten im Nirgendwo eine kleine Oase. Man kommt mitten im Nix irgendwann an ein Tor, was man von Hand aufschieben muß und steht plötzlich in mitten einer gepflegten Anlage mit Pool, Grills und Toiletten. Mega! Hier haben wir schön gefrühstückt und um 0900h schon den Grill angemacht für Rühreier und Tost. Geil! Anschließend zum Pool und sich von Affen begaffen lassen. Ein echtes Erlebnis.
Camdeboo National Park
Dann ging es weiter nach Camdeboo. Hier war auf einmal wieder alles grün. Man merkt erst mal wie schön grün ist, wenn man es mal eine Zeit lang nicht wirklich hatte. Das Highlight hier war das Valley of Desolation. Wir haben selten einen solchen Ausblick genießen dürfen. Einfach großartig. Hier muß man einfach nur die Bilder sprechen lassen.
Addo Elephant Park
In diesem Park leben 550 Elefanten und wurde uns als absolutes Highlight beschrieben und man kann vorab sagen, dass wir nicht enttäuscht wurden. Allerdings wäre der Traum beinahe geplatzt, weil der Park derart stark frequentiert ist, dass wir beinahe keinen Campingplatz bekommen hätten. Es waren lediglich noch Zeltplätze über. Da passten wir mit unserem Tommy so gerade eben drauf. Puuuuh!
Das Bemerkenswerte war hier tatsächlich, dass man auf eigene Faust auf vornehmlich geteerten Wegen mit dem Camper auf Safari gehen konnte. Das war wirklich super und wir haben bereits am ersten Tag tolle Tiere gesehen. Auch hier sprechen die Fotos für sich.
Beeindruckend ist auch wieviel Scheiße da überall lag. So ein Elefant frißt ca. 150kg Grünzeug und scheißt davon wieder 100kg aus. Das macht bei 550 Elefanten 55 Tonnen Kacke am Tag! 55 Tonnen, Freunde! Unfassbar. Daher ist auch der Mistkäfer (Dung Bug) unter absoluten Schutz gestellt, da er dafür sorgt, dass unsere rüsseligen Freunde nicht in ihrem eigenen Dung ersaufen.
Cape St. Francis
Als wir dann von Addo los fuhren wußten wir außer der groben Richtung auch noch nicht so genau wo wir jetzt hinfahren, doch da wir mit Paul’s Eltern in Kontakt geblieben waren, sind wir kurzerhand in das Resort eingezogen in dem Paul und family abgestiegen sind. Das war die richtige Idee, denn wir hatten hier einige entspannte Tage; haben gemeinsam gegrillt, gechillt und die beiden Kids hatten einfach Spaß zusammen, was natürlich auch den gestressten Eltern zu gute kommt.
Morgen wollen wir dann wieder in unseren Tommy einziehen und uns in Richtung Stromsriver und Plettenberg aufmachen. Schauen wir mal. In den letzten Tagen und Wochen sind wir selten da abgestiegen – ob freiwillig oder nicht – wo wir es uns am Tag zuvor ausgesucht hatten…