Italia semifreddo

Bongiorno zusammen!

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Los geht’s aber leider ohne Rücklicht!

Wir haben uns wieder auf den Weg gemacht, um in Italien unsere Fußabdrücke zu hinterlassen und ein wenig das süße Leben zu genießen. Um Italien zu bereisen muß man erst einmal nach Italien kommen und das gestaltete sich bedauerlicherweise
schwieriger als gedacht, da unser Rücklicht von unserem Wohnwagen „Richie“ einfach nicht funktionieren wollte. Darauf folgte ADAC, Werkstatt, Kundendienst, …. Am Ende lag es an einer simplen Sicherung, die uns von einem unaufgeregten Reiseantritt trennte.

Die erste Etappe ging – trotz defektem Schlusslicht – nach Mannheim zu Freunden (danke noch einmal für eure Gastfreundschaft!) und wir machten erste Erfahrung damit einen 2,5m breiten Anhänger in engen Wohngebieten zu rangieren. Sehr spannend! Nach unserer ersten Nacht in unserem Wohnwagen am Straßenrand ging es weiter Richtung Süden an die Schweizer Grenze (in die Schweiz konnten wir noch nicht, da unser Rücklicht immer noch nicht funktionierte). Unsere erste Nacht auf einem Campingplatz mit Richie!

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Ein deutscher Campingplatz.

 

Schon jetzt konnte man einen deutlichen Unterschied zwischen deutschem Camping und unseren bisherigen Erfahrungen in Südafrika und Schweden machen. Es gab präzise Anweisungen wie und wo der Wohnwagen zu positionieren war, auf’s Watt genaue Stromabrechnung (und das für einen Tag!!!) und auch sonst hatte man das Gefühl, daß man öffentlich vor der Rezeption gepfählt worden wäre, hätte man eine Regel nicht beachtet. Generell war auch der Menschenschlag dort seltsam unterkühlt und ein Lachen schien tatsächlich nur in Kellern möglich. Doch hat dies die Lust auf die Weiterfahrt noch einmal gesteigert.


Toskana

Wir fuhren dann erst einmal Richtung italienische Schweiz.

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Eine „Kugel“ Eis. Sechs Euro Fuffzich…

Rücklichter funktionierten dank der Hilfe einer pfiffigen Werkstatt wieder und schließlich erreichten wir dann einen weiteren Tag später unseren ersten wirklichen Stop in der Toskana, etwa eine Stunde von Florenz entfernt, mitten in der Pampa. Toller Platz mitten im Grünen, nette Leute und es kam das erste mal ein wenig Urlaubsgefühl auf. Wir haben dann auch mal alles aufgebaut, was wir so dabei hatten. Vorzelt, Teppich, Außenküche, … das volle Programm. Mann, kamen wir uns spießig vor.



Kann einem die Reise mit dem Wohnmobil teilweise noch die Aura des Abenteurers und des ungestümen Eroberers verleihen, so ist dies mit einem Wohnwagen endgültig vorbei. Wir würden für das, was wir vor haben, Wohnwagen nicht gegen Wohnmobil tauschen, aber Wohnwagen fühlt sich so viel uncooler an. Man kommt sich so ein bisschen vor wie eine fette Robbe, die sich einfach nicht vom Fleck bewegen will obgleich man sich doch gerne für den wilden Tiger halten möchte, der jederzeit zum Sprung bereit ist.
Will man länger an einem Ort verweilen und nicht alle paar Tage weiter, dann ist ein Wohnwagen dennoch einfach paraktischer, weil man nicht für jedes Brötchen oder jeden Restaurantbesuch die komplette „Wohnung“ mitnehmen muß.


Wie auch immer. Wir werden den Mangel an Coolness wohl auch verkraften ;-).

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Leben und Reinigen im Wohnwagen

Wir hatten auch einige wirklich schöne Tage, waren in Florenz und Vinci (Geburtsort Leonardo da Vincis) und haben so manch nettes Restaurant besucht. Vor allen Dingen die kleine Enoteca auf unserem Campingplatz (Barco Reale) war einfach toll. So herzliche Leute findet man – egal wo – sehr selten. Wir waren dort auch fast jeden Abend und haben uns über gutes Essen und Wein ausgetauscht. Das gipfelte dann darin, daß uns der Wirt als wir uns verabschiedet haben 3 Flaschen Wein geschenkt hat! Echt irre! Daran könnte ich mich generell gewöhnen: als Gäste für unser Kommen auch noch beschenkt zu werden. Das war eine tolle Geste und ich war regelrecht verlegen ob des unerwarteten Geschenkes.

Semifreddo (Halbgefrorenes)

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Guck Dir doch das Elend mal an!

Man muß aber auch sagen, daß man kaum eine andere Chance hatte als Essen zu gehen oder in irgendwelchen Restaurants rum zu lungern, weil es einfach die ganze Zeit scheißkalt war!!! Wir sind bei Schnee in den Gotthardtunnel eingefahren (1 Grad!). All unsere Kleidung ist auf Sommer, Sonne, Saft und Samba ausgelegt und wir haben uns abends selbst in der Toskana (3 Grad in der Nacht) den Arsch abgefroren. Lecker Weinchen im Vorzelt, wenn die Kinder im Wohnwagen süßen Träumen nachgehen. Vergiss es! Auch wenn es das Wert gewesen wäre, aber man hätte mindestens einen Zeh verloren wäre man dem nachgegangen.

Naja, was soll’s. Wir hatten trotzdem einige wirklich süße Momente und konnten somit auch einmal die Heizanlage unseres Wohnwagens unter Volllast ausprobieren. Hat ja auch was.

Weiter ging es dann Richtung Rom, aber das ist eine andere Geschichte…

 

 

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