Urlaub oder Reise?

Das ist hier die Frage! Doch dazu gleich mehr…

Nach Rom sind wir mehr oder weniger auf’s Land geflüchtet. „Oasi Verde“, ein Bauernhof mit Campingplatz nahe Sorrento. Wohnen zwischen Zitronenbäumen. Mega! Leider eben auch eine Zufahrt, die einfach zu eng war und zu ersten ernst zu nehmenden Blessuren an unserem „Richie“ geführt haben. Shit!
Aber gut, daß wir nach geplanten 7000 km durch Italien mit dem Ding nicht ohne Kratzer nach Hause kommen ist so wahrscheinlich wie die Rückkehr Toni Schumacher’s ins Kölner Tor.

Durchatmen und weiter…

Wir haben dort gemeinsam unseren ersten Berg erklommen, haben uns Capri angeschaut, versucht ein Stück Amalfi-Küste zu fahren (was eine echte Alternative zum Selbstmord ist) und sind einfach für kurze Zeit ein wenig in das Leben unseres kleinen Städtchens eingetaucht. Wirklich toll.


 

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Der „Kindesentführer“ und wir  😉

Hier saßen wir dann eines morgens zum Frühstück am Rande des Marktplatzes und haben Cappuccino und süße Teilchen genossen als auf einmal ein älterer Herr mit Hut zu uns kam und anfing uns auf Italienisch vollzuquatschen, immer wieder auf unseren Kleinsten zeigend. Das ging so hin und her und wir haben freundlich gelächelt und kein Wort verstanden. Irgendwann nahm er sich unseren kleinen Mann und verschwand in der Gelateria. Und er kam auch erst mal nicht wieder… Hmmmmm, wo ist unser Sohn? Irgendwann kam er mit unserem lachenden Sohn und einer Tüte Eis wieder und es stellte sich raus, daß es seine Gelateria war und, daß er unseren Sohn seiner ganzen Familie, die alle hinter oder vor der Theke arbeiteten, vorgestellt hat. Echt lustig. Später kam er dann noch zu uns und stellte uns seine Familie vor und wie er Eis produziert. Ein schönes Erlebnis. Manchmal braucht es einfach keine Worte, um sich zu verstehen…


Mit diesen Eindrücken sind wir dann weiter Richtung Süden. Und je weiter man Richtung Süden kam, um so leerer wurde es. An Salerno vorbei suchten wir nach einem schönen Campingplatz, was nahezu aussichtslos schien. Entweder waren sie noch zu oder waren direkt vor dem Straßenstrich gelegen (kein Witz) – oder beides. Schließlich entdeckten wir einen schönen Platz etwa 50 km südlich von Salerno, mitten in Pinienwäldern mit Strand und kleiner Pizzeria. Waren wir glücklich! Doch da das erklärte Ziel Sizilien war ging es dann auch nach 3 Tagen wieder weiter entlang der kalabrischen Küste.

Und es wurde immer schwieriger etwas schönes zu finden. Von weitem alles immer erst einmal sehr schön und malerisch aus, aber kommt man in die jeweiligen Städte rein so wirkten diese seltsam morbide, unaufgeräumt und teilweise sogar schmutzig. Vielleicht ist man da auch zu pingelig, wenn man die Toskana kennt!?

Viele leerstehende Wohnungen und ganze Hotelkomplexe, die nur für 3 Monate im Jahr gebaut wurden mit wenig Liebe zum Detail. Irgendwie so gar nicht das was man sich romantisierend unter Italien vorstellt (bzw. wünscht). Nichtsdestotrotz haben wir in Diamante einen mega Stellplatz gehabt, direkt am Meer. Aber das war’s dann auch leider schon. Rechts und links Baustelle, viele Restaurants hatten noch zu und eine Uferpromenade mit enormem Potential und türkisem Wasser, aber teilweise auch vollkommen zugemüllt. Irgendwie seltsam widersprüchlich. Süße Marmelade auf Abfall.

Dort haben wir uns dann auch eine grundsätzliche Entscheidung getroffen. Urlaub oder Reise?

Ursprünglich wollten wir bis nach Sizilien durchfahren, was wieder diverse (kleinere) Stops bedeutet hätte und jede Menge Fahrerei. Klar, wäre es toll gewesen einmal durch ganz Italien gefahren zu sein, aber wir hatten einfach keine Lust mehr immer weiter und weiter, sondern wollten auch einmal irgendwo ankommen. Und so haben wir uns kurzfristig entschieden rüber nach Apulien zu fahren, wo wir uns für Ende Mai ohnehin mit Freunden verabredet hatten. Wir wollten einfach einmal ein wenig sesshaft werden und nicht wie eine Honigbiene auf Steroiden von Blume zu Blume hetzen.



Persönlich glaube ich, daß man häufig den Fehler macht und in die freie Zeit versucht zu viel rein zu packen. Man hat ja frei und will dann Dinge erleben, nachholen, abhaken oder was auch immer. Ich meine, daß das meist der falsche Ansatz ist. Es heißt ja auch „ich hab‘ Urlaub“ oder „Ich hab‘ frei.“, wenn man sich wieder alles „voll“ packt, dann ist das doch irgendwie Käse. Oder?


Naja, dann waren wir erst mal für fast 4 Wochen in Apulien. Da war wirklich alles dabei: Camping, Robinson Club, Trulli-Haus und vieles mehr. Auch ein kleiner „Italienkoller“ lässt sich nicht leugnen, aber dazu später mehr…

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