Es gibt immer wieder Diskussionen über Glaube und Religion und wie genau eine Sache oder Aussage zu verstehen ist, die vor tausenden von Jahren einmal niedergeschrieben wurde und welche Handlungen schließlich für den Gläubigen davon abzuleiten sind.
Ich finde das schwierig.
Jeder möge seinen Glauben und seine Religion ausüben wie es ihr oder ihm beliebt, so lange man niemand anderen einschränkt oder gar Schaden zufügt. Damit wäre auch alles gesagt; der ganze „Drops“ wäre gelutscht, und wir könnten alle entspannt und friedlich nach Hause gehen.
Ich habe schon Menschen kennen gelernt, vor vielen Jahren auf einem Konzert, die haben ernsthaft an unsichtbare Feen und Engel geglaubt und ihr Leben danach ausgerichtet. Wirklich wahr! Eine Art „Feen-Religion“. Tut niemandem weh und ist letztlich ebenso möglich wie alles andere.
Es ist ja auch nicht wirklich so, daß man sich aussucht, ob man glaubt oder nicht. Letztlich handelt es sich um ein tiefes Gefühl, welches man nicht einfach durch rationale Entscheidung oder Schläge herbei führen kann. Hier spielen viele Punkte wie Sozialisierung, Charakter, Erfahrungen, Lebenssituation etc. eine Rolle.

Egal wie man es sehen mag. Ob es einen Gott gibt oder nicht; ob er weiblich ist oder gar einen Bart hat oder einfach als unsichtbarer Energieklumpen durch das Universum wabert. All das wird erst einmal noch ein paar Tage ein Rätsel bleiben und ist eher eine Frage der inneren Überzeugung.
Wie auch immer.
Viele Diskussionen darüber sind einfach höchst irritierend. Ich kann mir keinen Gott, egal in welcher Religion, vorstellen, der es begrüßt, Menschen, die er am Ende ja selbst erschaffen haben soll, in seinem Namen zu töten.
Das macht doch nur sehr schwer Sinn. Oder?
Bedauerlicherweise gibt es hierzu zahllose bekannte Beispiele aus Geschichte und Gegenwart, wo unter dem Gottesmäntelchen heftig Krieg geführt und mit dem Messer gefuchtelt wird.
Weil Gott es so wollte?
Sicher?
Sorry, aber da reißt du Dir als Schöpfer den Arsch auf und erschaffst eine komplexe Welt und willst dann, daß sich Deine Figuren gegenseitig zerfleischen? Ernsthaft? Hier darf man dem Göttlichen doch etwas mehr moralische Kompetenz zutrauen.
Die Legitimation für Gräueltaten von „jemandem“ abzurufen, dessen Existenz nicht bewiesen werden kann, ist – gelinde gesagt – doch ausgesprochen schwierig und öffnet jedweder Willkür Tür und Tor. Gerade in der heutigen vermeintlich aufgeklärten Zeit kann ich immer weniger verstehen, wie es so etwas geben kann.
Wir spalten Atome und
töten im Namen des Herren.
Ich Krieg das nicht zusammen.
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Ich würde mich über eine Welt freuen, in der Religion (egal welche) als Legitimation für das Töten anderer von niemandem akzeptiert würde. Man kann ja von seinem Glauben überzeugen wollen und diesen mit Leidenschaft vertreten und nachgehen. Doch Glaube bzw. Religion im besten Falle einprügeln zu wollen, ist dagegen in sich doch höchst widersprüchlich.
Und natürlich soll niemandem sein Glaube genommen werden – nur eben das Messer unterm Mäntelchen.
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Ein deutscher Philosoph schrieb einmal: „Ich würde nur an einen Gott glauben, der zu tanzen verstünde.“
Ich mag den Gedanken.