ZiK’s Survival Tip 4 – Überleben auf dem Kreuzfahrtschiff

Nun, Freunde des schwankenden Kahns, so eine Kreuzfahrt ist – wie bereits in vorigem Beitrag beschrieben – eine wirklich feine Sache. Doch hat eine solche Reise natürlich auch einige Tücken, die im Folgenden ein wenig beleuchtet werden sollen.

Seegang
Das Offensichtliche zu Beginn. Egal wie groß und modern das Schiff sein mag, man merkt einfach, dass man keinen festen Boden unter den Füßen hat. Gerade zu Beginn hatten wir Ausläufer eines Zyklons zu verkraften und es ging mit jedem Körperteil samt Innereien ordentlich hin und her.
Die Empfehlung des Kapitäns war bei sich anbahnender Übelkeit doch an der Bar einfach einen Vodka mehr zu trinken, das würde helfen.

Wenn’s der Kapitän sagt… :o)


Der „gemeine“ Rentner
Die Spezies, die an Bord erwartungsgemäß am häufigsten vertreten war, war die des gemeinen Rentners. Dagegen ist auch grundsätzlich nichts zu sagen. Die meisten waren sehr freundlich. Doch bei einem gewissen Prozentsatz kann man das Wort „gemein“ tatsächlich wörtlich nehmen.

Als wäre die Schlange an der Rezeption nur ein Fatamorgana, die es mit beharrlicher Ignoranz zu strafen gilt! Schwupps! Mal schnell die „Rentern-Blutgrätsche“ eingesetzt, um den frei werdenden Platz an der Rezeptionstheke „unauffällig“ zu erobern. Wenn man dann etwas sagt und dem Drängler freundlich die meterlange Schlange in den Kreis der Wahrnehmung rückführen möchte, wird man tatsächlich noch unverständlich angeschaut. Unglaublich!

Kriminell wird es für eine Familie mit Kinderwagen ebenfalls, wenn es an den Fahrstuhl geht. Hier scheint so manchen noch so fitten Rentner ebenfalls eine kurze Wahrnehmungsschwäche zu ereilen. Wie oft wir am Fahrstuhl gewartet haben (mit Kinderwagen!) und zumeist ältere Herren geschmeidig wie ein Reh aus den Seitengängen gesprungen kamen, um dann ohne zu schauen wer bereits ansteht, in den Fahrstuhl eilten, lässt sich nicht mehr zählen.
Hat man dann einen Fahrstuhl ergattert, muss man sich dann im Zweifel noch kluge Ratschläge oder Kommentare gefallen lassen, wie, mit Blick auf unseren Jüngsten: „Der gehört aber jetzt schon ins Bett – oder?!“ Danke für’s Gespräch.

Es ist am Ende ein Segen, dass keine Schusswaffen an Bord erlaubt sind.


Auf dem Pooldeck
Hier geht es speziell an Seetagen richtig zur Sache. Morgens vor dem Frühstück erst mal Liege reservieren, um dann später den mit Schweineschnitzel und Bier gemästeten Kadaver in die pralle Sonne zu hieven. Dann noch die vom Buffet heimlich abgefüllte Sprite und die ebenfalls unauffällig entwendeten Schweinebällchen bereit legen und ahhhhhhh…

Man bekommt da dann ja auch gezwungenermaßen das ein oder andere Gespräch mit oder hält auch mal einen Plausch mit dem Personal. Über was sich Gäste unterhalten bzw. beschweren ist wirklich sehr interessant (bis auf die Namen ist da nichts erfunden!).

  • Elfriede hat sich beschwert, dass es zu heiß sei, das habe sie ja so nicht gebucht.
  • Erwin wird es zu früh dunkel, er habe ja schließlich Sommer bestellt.
  • Erna war darüber erbost, dass die Tanzgruppe nicht so oft auftritt und sie die „knackigen Hintern“ nicht so oft zu sehen bekommt.
  • In einem mitgelauschten Gespräch kam die Frage auf, ob so ein Schiff eine eigene Stromversorgung habe?!? (Nee, wir hängen an einem langen Kabel und überqueren damit den Ozean. Aaaaaahhh!)
  • …und so geht das weiter.

Gerade auch als Familie braucht man hier und da wirklich gute Nerven. Das Gros der Menschen denen man begegnet ist sehr, sehr nett. Doch vergeht kaum ein Tag an dem man sich nicht die ein oder andere kleine Unverschämtheit gefallen lassen muss. Überhaupt ist man als Familie auf dem Pooldeck wie auf dem Präsentierteller und die Leute gaffen einen vollkommen ungeniert an als wäre man Knut der Eisbär.

„Guck ma, Helmut, der Kleene plärrt schon wieder! Ma hat hier keine Ruhe.“
„Meinste nett dem Kleine’ gehört ein T-Shirt an! Bei der Sonne!“
„Ach guck ma Herbert, die Kleene hüppt immer noch da rum, um die Uhrzeit!“
„Siehste Erna, der Papa holt sich schon des zweite Bier und der Kleen ohne Mütze in der Sonn’!“
„Mach noch mal das Handtuch uff der Liege richtig fest, Giesela. Mir geh’n ma für 2 Tage in die Kabine. Is einfach zu heiß.“

Letztlich muss man das alles mit Humor nehmen und so sind auch diese Zeilen gemeint.
Unsere Reise war super. Wir hatten uns dort zu einer sehr netten Elternrunde zusammengefunden, trafen uns am Pool mit unseren Kids oder auch gelegentlich zu „Elternabenden“ an den Bars dieses Schiffes. Da lagen dann drei Babyphones neben Gin Tonic, Hurricane (auch ein Drink) und Pils. Dazu gesellten sich dann halbwegs entspannte Eltern, die einfach nur hofften, dass das Ding nicht anfängt zu klingeln, um mal ein wenig „Erwachsenenzeit“ genießen zu können.

Wir würden’s wieder machen!

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