Zu Hause bei den „Kiwis“!

Bevor wir zum eigentlichen Thema kommen, ein wenig Aufklärung zum Thema „Kiwi“:

Gemeint ist hier natürlich der kleine, lustig aussehende, nachtaktive Vogel und nicht die gleichnamige Frucht (auch wenn es schwer fällt verkneifen wir uns hier jedweden Gag).

Der Kiwi hat einen recht großen, rundlichen Körper, einen kleinen Kopf und einen sehr langen Schnabel. Er sieht etwa aus wie eine Bowlingkugel, an der ein Tischtennisball befestigt wurde in dem ein Strohhalm steckt. Das braune Gefieder sieht auch eher wie ein Fell aus und fliegen kann der Mops auch nicht. (Es kommt einem vor als hätte der Liebe Gott gerade Eierlikör getrunken als er sich den Kiwi ausgedacht hat). Er gilt als kleinster Laufvogel der Welt und ist auch – wie die meisten sicher wissen – als „Schnepfenstrauß“ bekannt.

Man kann es drehen wie man will, das unscheinbare Kerlchen hat etwas ausgesprochen liebenswertes und wurde somit auch zum Nationalsymbol der Neuseeländer, die sich daher auch selbst gerne als „Kiwis“ bezeichnen.

[Ende des wissenschaftlichen Teils]


Zurück zur Reise:

Wie schon im letzten Eintrag erwähnt sind wir dann von Waiheke nach Cambridge aufgebrochen und sind bei einer „Kiwi-Familie“ eingezogen.

Aber der Reihe nach…

Cambridge
Cambridge ist eine kleine Stadt im Herzen der Nordinsel. Hier ist die Welt sowas von in Ordnung, dass es einem schon unwirklich erscheint. Seen, Weiden, pralle Natur. Da die Kirche, da die Einkaufsstraße, da der üppig schimmernde Park. Überall Pferde, Schafe, Kühe auf sanften Hügeln, ach…. Alles einfach am richtigen Platz und irgendwie schnuckelig.

Wir waren dort 3 Tage und Nächte bei einer reizenden Familie zu Gast inkl. Hund, Katze und Pferd. Und es ging dann auch direkt richtig gut los:

Der erste Abend „ladies night“
Die Dame des Hauses sagte kurz nachdem wir angekommen waren, daß sie gegen 1600h auf ein paar Cocktails mit ihren Mädels gehen würde. Was sie nicht sagte war, dass die „Party“ dann später im Haus fortgesetzt werden würde.
Da der Herr des Hauses nicht da war, wurde mir kurzerhand die Rolle des Barkeepers übertragen und so wurde es ein sehr witziger Abend. Dort wurde dann auch entschieden, am nächsten Abend für uns mit Freunden ein „Kiwi-Dinner“ auszurichten. Mit Lamm und Gemüse und allem was Garten und Nachbarn so hergaben.

Erst mal Rotorua…
Der nächste Tag kam und wir sind dann erst einmal nach Rotorua gefahren, wo wir uns das ganze „geothermische Gedöns“ angeschaut haben. Es stinkt jedenfalls überall ohne Ende (durch den Schwefeldampf). Überall sieht man Rauch oder irgendein Geblubber. Man kann hier mehrere Tage verbringen, um alles zu sehen.

Uns reichten zwei Stunden.

Am Ende war es wirklich interessant zu sehen was vom inneren der Erde so alles nach außen gefördert wird. Speziell die Geysiere, die bis zu 30m hohe Fontainen bildeten waren beeindruckend. Stinkig und beeindruckend.


Der zweite Abend „Kiwi Dinner“

Als wir nach Hause kamen waren die Messer schon gewetzt, die Nachbarn da und das Lamm schon seit fast 2 Stunden auf dem Grill. Das lecker Lämmchen ist noch wenige Wochen zuvor auf der eigenen Wiese umhergesprungen und wurde auch im Hof vor dem Haus geschlachtet (was wir unseren Kindern selbstredend verheimlicht haben). Wenn die Herrschaften Lamm machen, dann eben ein halbes oder ein ganzes. Nix Lammkarree hier und Lammlachse da. Kinderkram.

Und es war auch einfach mega-lecker. Der Herr des Hauses hat ein tolles Stück Fleisch gezaubert und die Nachbarn brachten Salate und Hühnchen-Stew mit Zitronen und was weiß ich noch so mit. Ein toller Abend mit tollen Menschen.

Mittelerde
Am nächsten Tag ging es dann zu den Hobbits nach Hobbinton, wo das originale „Movie Set“ zu „Herr der Ringe“ und „Der Hobbit“ zu sehen war. Und es hat Bindfäden geregnet in Mittelerde. Es war einfach zum heulen. Wir haben’s überlebt und waren dort. Aber es war bei dem Wetter mit den Kindern eine echte Quälerei. Naja, was soll’s. Es war trotzdem toll dort gewesen zu sein, vielleicht fahren wir nächstes Jahr noch einmal hin, wenn die Sonne scheint ;-).


Der dritte Abend…

Jedenfalls kamen wir dann am späten Nachmittag, durchnässt bis auf die Unterhose, nach Hause und die Bude war wieder voll mit Leuten. Ursprünglich wollten wir nach den Hobbits in ein Restaurant Essen gehen. Da wir aber alle so durchnässt waren, war daran nicht zu denken und so saßen wir den dritten Abend in Folge gemeinsam mit unseren Kiwi-Freunden am Tisch. Dieses Mal gab es ein ganzes Schweinekeule gekocht und mit Ahornsirup, Butter, Senf und Orangesaft glasiert. Endstufe! Die Nachbarn waren auch wieder da und „on top“ ein befreundetes Paar, welches unterwegs war zu einem Autorennen mit einer 650 PS Corvette auf dem Anhänger. Irre!

Was soll ich sagen? Es endete wie es enden musste. Es wurden neuseeländische Trinkspiele gespielt, später auch noch getanzt und wir haben gelacht wie schon lange nicht mehr.

Sehr, sehr lustig diese Kiwis.


Aus unserer Brille leben die Menschen dort wie in einer fröhlichen Seifenblase. Weit weg von allem „Mist“ in unglaublicher Natur und netten Menschen. Kein Ort ist weiter als 45 Minuten von einem Strand entfernt. Allen, die wir kennen gelernt haben schien es einfach gut zu gehen unabhängig von jedwedem Status.

Klar sieht man in drei Tagen nur einen Ausschnitt, zumal die meisten Neuseeländer gerade selbst Urlaub und somit viel Zeit hatten. Doch diese freundliche, gesellige Unaufgeregtheit inmitten dieses saftigen Grüns scheint durchaus fester Bestandteil der Menschen hier zu sein.


So durften wir uns auch vom ersten Tag an als Teil der Familie fühlen. Auch die Nachbarn und Freunde, die abends immer mit am Tisch saßen waren derart herzlich. Man mochte kaum glauben, dass man sich gerade erst kennengelernt hat. Eine wirklich tolle Erfahrung, für die wir unseren Gastgebern und deren Freunden sehr dankbar sind.

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Bye, bye!

Dann kam der Abschied und der Weg in Richtung Süden. Hier haben wir auf einem Plateau am Strand ein Häuschen gemietet mit viel Wasser, Ruhe und Grün.

Irgendwann muss man sich ja auch mal erholen… 😉

 

 

 

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