Aufgefressen!

Gefangen zwischen
Bits und Bytes.
Deine Träume
zwischen Null und Eins.

Tausende Freunde.
Werd‘ ich auch „geliked“?
Genug Daumen hoch.
Von Zweifeln befreit!

Einfach mal quatschen.
Sich treffen sogar!?
Im digitalen Weltall
Wird das langsam rar.

Kaum ein Gespräch,
Unterhaltung, noch Traum
Ohne schnell mal
Auf’s Smartphone zu schau’n.

Isses noch da?
Oder kurz was verpasst?
Konto „gecheckt“.
Alles verprasst?

Gefangen im Netz.
Wir finden’s noch geil!
Und suchen bei
Facebook & Co. unser Heil.

Stockholm Syndrom
Im „digital space“.
Wir lieben was uns krank macht.
That’s human race!

Versteht mich nicht falsch.
Ist nicht alles nur Mist.
Die Dosis entscheidet schließlich
was ist echt Gift.

Dein Leben als Lied.
Man glaubt es kaum,
Da ist zwischen den Tönen
noch ganz ganz viel Raum!

Den kleistern wir zu
mit ganz ganz viel Stuss.
Die Symphonie des Lebens
wird zum Tinnitus.

Pausen genießen.
Langeweile ist gut.
Mal abkühlen lassen
die digitale Flut.

Es ist echt wahr
und fast schon vergessen:
Das Hier und Jetzt
wurd‘ vom „Morgen“ gefressen.

  One thought on “Aufgefressen!

  1. Avatar von Frank Renz
    Frank Renz
    21. September 2017 um 1:06

    …einfach nur gut. Da ist soviel Wahres dran, jeder weiss es und die meisten akzeptieren den digitalen Zustand. Kann man, muss man aber nicht.
    Vielen Dank für die Minuten des Nachdenken und reflektieren.
    Gruß Frank

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    • Avatar von Zirkus im Kopf
      21. September 2017 um 7:40

      Danke, Frank. Mich treibt das Thema einfach um. Gerade auch weil ich selbst nicht viel besser bin 😉

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  2. Avatar von Brigitte Keutner
    Brigitte Keutner
    21. September 2017 um 13:24

    Das ist uns aus der Seele gesprochen, vor allen meinem Partner, aber leider kann es zur Sucht werden, wenn man sich nicht selbst bremsen kann. Ich weiß wovon ich rede. Manch anderes bleibt da auf der Strecke.
    Danke für die Zeilen, die einen zum Nachdenken bringen.

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  3. Avatar von Klauzi
    Klauzi
    28. September 2017 um 16:11

    Mitten aus dem Leben und die jahrelange Erfahrung zeigt: das ist nicht einfach nur ausgedacht. Nein! Der weiß schon, wovon er schreibt. Und ja, das stimmt. Das weiß er, denn das weiß ich. Und mir geht es genauso. Ständig checken, nix verpassen, Chef schreibt, Kunde will was, meine Spiel nicht vernachlässigen, hundertundeine Gruppe bei WhatsApp. „Stockholm Syndrom“ – wie geil 🙂

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